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Jugendbauernhof Hardehausen

Der frühere landwirtschaftliche Betrieb des Jugendhauses Hardehausen wird heute als
pädagogische Einrichtung weitergeführt. Von Anfang an wurde der Hof nach ökologischen
Gesichtspunkten bewirtschaftet und gehört seit Dezember 1992 dem Bioland-Anbauverband an.
Mit der Einrichtung soll Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit gegeben werden, auf einem
kleinen, aber vielseitigen Bauernhof praktische Erfahrungen mit Natur und Umwelt zu machen
und durch das Erleben von Fauna und Flora die Bedeutung einer intakten Umwelt und die
Verantwortung der Menschen dafür zu erfahren.

Pestalozzis didaktischer Grundsatz vom Lernen mit Kopf, Herz und Hand stand bei den
Überlegungen im Vordergrund. Von besonderer Bedeutung war die Frage nach der christlichen
Welt- und Schöpfungsverantwortung und deren (religions-) pädagogischer Umsetzung in der
Kinder- und Jugendarbeit.
Zum Tierbestand des Hofes gehören Mutterkühe, Schweine, Schafe, Ziegen, Kaninchen, Hühner,
Gänse und Enten. 10 ha Weide-, Garten-, Acker- und Parkfläche sowie eine Streuobstwiese, ein
Feuchtgebiet und eine vollständig erhaltene historische Klostermauer gehören ebenso zum Hof.
Eine Scheune, eine Werkstatt und die notwendigen landwirtschaftlichen Fahrzeuge, Maschinen
und Geräte ergänzen den Bestand.
Da die Selbstverpflegung zum Konzept der Arbeit des Jugendbauernhofes gehört, werden die
Gruppen ausschließlich im Danielhaus (Selbstversorgerhaus) untergebracht, das sich direkt an
die Scheunen und das Stallgebäude anschließt. Die Arbeit auf dem Jugendbauernhof zielt auf
eine Verbindung von emotionalem, sozialem und kognitivem Lernen. Eine Verhaltensänderung
soll durch die Freude an der Natur und am Leben erreicht werden.

Es geht dabei um:

  • Weckung und Schärfung des Umweltbewusstseins
  • Sensibilisierung für die Ehrfurcht gegenüber dem Leben
  • Erfahren von globalen Zusammenhängen innerhalb des Ökosystems Erde
    (Regelkreisläufe, Energieverbrauch, Ernährung...)
  • Erleben von praktischer (Hand-)Arbeit und von Zusammenarbeit in der Gruppe
  • Erleben von Natur und Umwelt als Schöpfung Gottes
  • Erkennen der Verantwortung des Menschen gegenüber der Schöpfung
    als Bestandteil christlichen Glaubens
  • Ermöglichung eines Einblicks in landwirtschaftliche Zusammenhänge
  • Vermittlung von Kenntnissen über Land- und Gartenbau sowie Tiere und deren Haltung
  • Vermittlung von Kenntnissen zur gesunden Ernährung

Unsere Angebote:

Kurse für Schulklassen
Eine der wichtigsten Adressatengruppen des Jugendbauernhofes sind Schulklassen unterschiedlicher
Schulformen des Sekundarbereiches I und II. Der Aufenthalt jeweils einer Klasse dauert vier Tage
(Montag, 11.00 Uhr bis Freitag, 11.00 Uhr). In Absprache mit den begleitenden Lehrerinnen und Lehrern
teilt sich die Gesamtgruppe schon vor der Anreise in vier feste Untergruppen auf. Im Rotationsverfahren
arbeitet jede Gruppe einen Tag lang in einem der vier Arbeitsbereiche.

1. Stall und Hof: Die Schülerinnen und Schüler arbeiten im Stall und auf dem Hof mit. Sie werden dabei
von einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin des Jugendbauernhofes angeleitet. In der Regel wird versucht,
neben den anfallenden Routinearbeiten (Tiere füttern, Ställe ausmisten usw.) ein Projekt zu finden, das die
Schülerinnen und Schüler einer Klasse im Laufe des Aufenthalts gemeinsam fertig stellen können (z.B. Neubau
oder Renovierung von auf dem Hof benötigten Maschinen, Einrichtungen oder Ställen). An einem Morgen haben
Schüler die Möglichkeit in einem benachbarten Milchviehbetrieb beim Melken dabei zu sein.
2. Garten und Feld: nach Jahreszeit arbeitet eine zweite Arbeitsgruppe unter Anleitung eines Mitarbeiters
oder einer Mitarbeiterin des Jugendbauernhofes im Garten oder auf dem Feld. Der Anbau von Gemüse, das in
die Verpflegung im Danielhaus mit eingebracht wird, und von Futter für die Tiere des Hofes und die Pflege der
Streuobstwiese sind Inhalt der Arbeit dieser Gruppe.
3. Küche: Eine Arbeitsgruppe bereitet unter Anleitung einer Begleitperson aus der Schule
(Lehrer oder Eltern) die Mahlzeiten für die gesamte Klasse zu. Der Ertrag des Gemüsegartens und der
Obstwiese kann von den Gruppen verarbeitet werden. Das geschieht je nach Jahreszeit direkt, andere Gruppen
konservieren aber auch Früchte der Gartenarbeit für spätere Besucher. Für die Beschaffung der darüber hinaus
benötigten Lebensmittel sind die Gruppen selbst verantwortlich. Angeboten wird ihnen die Lieferung unterschiedlicher
Lebensmittel aus biologischem Anbau und artgerechter Tierhaltung durch Direktvermarkter aus
der Umgebung des Jugendhauses. Auf Wunsch vermittelt das Jugendhaus die Anleitung durch erfahrene
Hauswirtschafterinnen bei der Vor- und Zubereitung des Mittagessens. In dem hauseigenen Steinbackofen
wird am Dienstag Brot gebacken.
4. Inhaltlich-thematische Gruppe: In einer vierten Gruppe besteht für die begleitenden Lehrerinnen und
Lehrer die Möglichkeit, die Erlebnisse und Erfahrungen inhaltlich aufzuarbeiten oder weiterzuführen. Dies kann
beispielsweise im Zusammenhang mit Inhalten des Biologieunterrichtes stehen. Es ist aber auch denkbar,
Fragestellungen des Religions- oder Sozialkundeunterrichts aufzugreifen und zu bearbeiten.

Die Arbeit in den genannten Arbeitsgruppen erstreckt sich über ca. fünf Stunden am Tag (8.00 bis 11.30 Uhr
und 14.00 bis 16.30 Uhr, für die Küchengruppe gibt es zeitliche Verschiebungen). Ebenso wie alle anderen
Gäste des Jugendhauses sind auch die Schülerinnen und Schüler auf dem Jugendbauernhof zum täglichen
Morgengebet eingeladen. Die Gestaltung des Freizeitbereiches und evtl. weiterer Veranstaltungen
(Abendrunde o.ä.) ist der Initiative der Schülerinnen und Schüler bzw. der begleitenden Lehrer überlassen.

Zusammenarbeit mit dem Förderkreis „Lernort Natur“ e.V.
Seit dem Schuljahr 2000 / 01 arbeitet der Jugendbauernhof mit dem Förderkreis Lernort Natur e.V.,
einer Initiative der Kreisjägerschaften in Ostwestfalen zusammen. In Kursen für Schulklassen aus dem
Regierungsbezirk Detmold übernimmt ein Förster die Leitung der inhaltlich-thematischen Gruppe und erkundet
mit den Schülerinnen und Schülern den Wald rund um Hardehausen, erledigt mit ihnen wichtige Arbeiten zur
Waldpflege oder lässt sie mit erlebnispädagogischen Methoden neue Erfahrungen mit Natur und Umwelt
machen.

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Kontakt:
Jugendhaus Hardehausen
Abt-Overgaer-Str. 1
34414 Warburg
 
Tel.: 05642 / 6009-0
Fax: 05642 / 6009-90
 
Ansprechpartner:
Heinrich Lammers
Tel.: 05642 / 6009-92

E-mail: lammers@jugendhaus-hardehausen.de
Internet: www.jugendhaus-hardehausen.de

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